Kreta

Via Ferrata im Asteroússia Óri

Der heutige Tag beginnt wunderbar sonnig. Tolle Voraussetzungen für unsere Klettersteigtour mit Lior von www.Cretan-Outdoor-Adventures.com. Wir haben die Tour spontan gebucht, nachdem wir uns im Netz als auch im Reiseführer zum Thema Klettern in Kreta erkundigt haben. Unter anderem wird dort auch Canyoning, Trekking und Wandern angeboten. Der Kontakt mit Lior Levi, dem Veranstalter und Bergführer in Personalunion, kam über Facebook zustande. Als Treffpunkt für den heutigen Tag wurde uns Vagioniá im Süden der Insel unterhalt von Iraklio genannt. Wir brechen nach einem kleinen Frühstück auf um pünktlich um 10:30 Uhr dort zu sein. Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir den kleinen Ort – einen ganz genauen Treffpunkt kennen wir nicht  – und warten wir in der Ortsmitte. Wir werden uns schon finden. Wenige Minuten später parkt hinter uns ein Auto aus dem ein Pärchen in Outdoorkleidung steigt und wie sich herausstellt, haben sie die gleiche Tour gebucht und warten nun auch auf Lior. Dieser lässt gar nicht lange auf sich warten und nachdem wir uns alle gegenseitig vorgestellt haben, geht es mit den nötigen Dingen in seinen Range Rover weiter. Wir fahren Richtung Vasiliki und von dort aus noch einige Kilometer weiter auf einer rauen Schotterpiste gen Küste. Irgendwo biegt links ein unscheinbarer „Feldweg“ ab und endet nach wenigen Metern. Von dort aus werden wir starten. Die Klettergurte werden ausgegeben, die Helme aufgesetzt und nachdem jeder seine Jacke an- bzw. ausgezogen und verstaut hat, brechen wir auf. Lior geht voran, dann folgen wir 4, das Schlusslicht bildet seine Freundin, die die Tour begleitet und unter anderem auch tolle Bilder macht.

Via Ferrata im Asteroússia Óri (1)

Wir laufen einen unscheinbaren Trampelpfad entlang bis wir an die Einstiegsstelle kommen. Hier fließt im Winter und Frühjahr ein Fluss entlang. Nun ist das Bachbett bis auf ein paar kleine Pfützen trocken und wir klettern über große Steine hinab. Nach einiger Zeit kommen wir an die Stelle an der der Klettersteig beginnt. Wir haken uns ins Stahlseil ein und klettern als erstes nach unten. Kleine Tritte helfen den Füßen Fuß zu fassen. 20m weiter unten haben wir die 1. Hürde geschafft und laufen weiter zur 2. Stelle, an der erneut die Karabiner in das Stahlseil eingeklinkt werden und wir uns über die Felsen laufend, langsam nach unten bewegen. An einer der Tritte sehen wir sogar die Reste einer toten Ziege – die hatte wohl keinen Helm auf.

Der nächste große Abschnitt führt uns nun wieder nach oben. Als 1. Highlight der Tour klettern wir paarweise auf einen Felsen der einem Zahn gleicht. Wer will kann sich, in einen Bohrhaken eingehängt, hinstellen oder einfach knieend/sitzend die tolle Aussicht genießen.

Via Ferrata im Asteroússia Óri (5)

Wir klettern den Zahn wieder hinab, was irgendwie schwieriger als hinauf ist und folgen dann einem schmalen Grat in dessen Mitte Franzi (Liors Freundin) wartet und Fotos macht. Wir klettern an ihr vorbei weiter zu Lior der es sich auf der anderen gemütlich gemacht hat und Panoramaufnahmen schießt. Als alle wieder beieinander sind geht es weiter. Wir machen unterwegs kleine Pausen (für Trinken und Kekse) und klettern weiter. Manchmal ist man auch nicht gesichert, da der Weg breit genug und einfach begehbar ist.

Überall um uns herum wächst wilder Salbei – dem Duft kommt man gar nicht aus, er liegt sozusagen in der Luft. Am liebsten würden eins der jungen Büsche ausgraben und mitnehmen…

Nun folgt der schwierigste Teil der ganzen Strecke. Das Stahlseil spannt waagerecht am Berg und man folgt ihm. Mit den Füssen muss man nun am Felsen versuchen gut Platz zu finden um sicher zu stehen. Ganz schön anstrengend, wenn man so etwas noch nie gemacht hat. An einer Stelle müssen wir um Lior herumklettern – wahrscheinlich wartet er genau hier um zu sehen ob jeder vorher auch gut zurechtkommt. Wir schaffen alle diese knifflige und etwas kraftraubende Stelle und haben danach das Ende der Via Ferrata geschafft. Jetzt kommt nur noch der Ausstieg. Es geht den Berg hinauf über ein Salbei-Felsen-Geröll-Feld. Im zick-zack schlagen wir uns nach oben. Von dort aus sind es nur noch eine viertel Stunde zurück zum Auto.

Hier entledigen wir uns unserer Klettersachen und lassen uns das von Liors Mutter selbstgemachte Picknick-Lunch schmecken. Für jeden ein kühles Bier, Salat, Chicken, Tsatsiki und Weißbrot. Satt und glücklich sitzen wir in der warmen Sonne.

Via Ferrata im Asteroússia Ór (5)

Nach dem Mittagessen brechen wir auf, da wir noch auf den Gipfel des Kófinas wollen. Wir fahren mit dem Jeep die Strecke zurück und halten uns an einer Weggabelung rechts. Der Weg wird unwirtlicher und wir dementsprechend durchgeschüttelt. Kurz unterhalb des Gipfel parken wir – umringt von Schafen – das Auto. Hier ist es tatsächlich kühler und jeder will seine Jacke haben. Gut ausgerüstet steigen wir die wenigen Meter auf den Gipfel. Der Weg besteht zu einem Teil aus Treppenstufen und wird an manchen Stellen mit einem Geländer geschützt. In gut 15 Minuten sind wir oben am Gipfelkreuz und genießen die Aussicht. Unter anderem lassen sich auch 3 Geier im Aufwind der Berge treiben.

Nachdem wir auch noch einen Blick in die kleine Kapelle geworfen haben, begeben wir uns wieder hinab und fahren mit dem Auto zurück nach Vagioniá. Dort trennen sich unsere Wege

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