Nauders

Nauders – Silvester auf der Goldseehütte

Ganz spontan verlassen wir am 30. Dezember die Oberpfalz um mit einer Bekannten in Österreich auf einer Skihütte Silvester zu feiern. Sie hat dort schon mehrere Mal als Saisonkraft gearbeitet und hat mir ihrem Bruder, ihrem Freund, dessen Schwester mit Freund ein 6 Bett Zimmer gebucht und somit war noch etwas Platz frei und wir freuen uns auf die Abwechslung zum Jahreswechsel. Mit Skiklamotten, Schlafsäcken, Krachern machen wir uns nachmittags auf in Richtung München um durch Österreich an unser Ziel zu kommen. Als wir eintreffen ist es schon abends und dunkel, somit fährt kein Lift mehr nach oben zur Berghütte. Wir telefonieren und nach wenigen Warteminuten werden wir freudig von unserer Bekannten und einem Fahrer mit Ski-Do abgeholt. Wir und das Gepäck kommen in den Anhänger. Nun geht es die verschneiten Berghänge hinauf zu unserem Ziel. Dort angekommen gibt es leider außer Suppe nichts mehr zu Essen und somit gehen wir nach ein paar erstandenen Bier recht zeitig ins Bett. Das Zimmer ist vielleicht 10qm groß und mit 3 Stockbetten bestückt. Man fühlte sich wie in der Jugendherberge.

2008 - Silvester 2007 auf 2008 (1) (Custom)

Da wir 7 Personen sind, wird ihr Bruder kurzerhand ins Zimmer nebenan – ein 20-Bett-Zimmer – ausquartiert. Die Matratzen sind absolut grausam durchgelegen und ohne Heizung ist es richtig kalt hier in den Bergen. Am nächsten Morgen erstehen wir oben im Wirtshaus Duschmarken und machen Morgenwäsche. Kurz danach treffen wir uns alle zu einem einfachen Frühstück um den Tag durchzuplanen. Da wir nicht Ski fahren können, gibt es für uns die Möglichkeit  eine Skihütte weiter oben Schlitten auszuleihen und die extra dafür angelegte Schlittenpiste hinabzufahren. Unsere Bekannte und ihr Freund wollten auf Ski und Snowboard die Pisten unsicher machen, ihr Bruder schnallte sich ebenfalls Bretter unter die Füße und die Schwester mit Freund wollen uns mit Schlitten Gesellschaft leisten obwohl sie auch Ski fahren können. Nach dem Frühstück springen wir alle in unser Skiklamotten und machen uns auf den Weg zur nur wenige Meter entfernten Gaislochbahn. Allerdings darf man diese Bahn eigentlich nicht als Fußgänger benutzen, doch der Bekanntheitsgrad unsere Freundin zahlt sich aus und somit fahren wir bis zur Endstation nach oben. Hier haben wir einen traumhaften Ausblick und stellen fest, dass der „Weg“ zum Bergrestaurant erst mehrere Meter bergab und dann wieder bergauf geht.

So, und wie sollen wir dorthin kommen – nur zu Fuß? Nach ein paar Schritten merkten wir, dass man auf 2 Füßen bestimmt nicht sicher drüben ankommt, da der Schnee total hart gefroren ist und man nur noch rutscht. Es hilft alles nichts und nach mehreren Minuten des Überlegens beschließen wir uns auf unseren Allerwertesten zu setzen und per Popo die Piste hinab zu rutschen. Lenken müssen wir halt mit Händen und Füßen. Man glaubt gar nicht was das für eine Gaudi ist. Unten angekommen hat man das weiße Nass zwar überall, aber frieren tut man bestimmt nicht. Nun folgt der Aufstieg, der sicher komischerweise als viel leichter erwies. Nach einer knappen Stunde sind wir endlich an der Hütte angekommen, treffen die anderen auf ihren Skiern und machen uns auf zum Schlittenverleih. Für wenige Euro (ich glaube es waren 5€ plus ca. 15€ Kaution) erstehen wir jeder einen stabilen Holzrodel mit Stoffsitzfläche, so dass man wenigsten nicht nur auf Holz sitzt. Auf gehts auf die gut 4km lange Rodelpiste ins Tal. In der ca. 20min dauernden Abfahrt hat man jeden Schwierigkeitsgrad einer Rodelpiste zu überwinden. Scharfe Kurven, Schlaglöcher oder steile Stücke geben sich die Hand und man glaub kaum wie anstrengend Schlittenfahren sein kann. Unten angekommen erstehen wir eine Tageskarte für den Lift, stellen uns an und steigen mit unseren „Holzfahrzeugen“ in eine Gondel. Die Fahrt nach oben bietet einen wunderbaren Ausblick und dauert ca. so lange wie die Abfahrt. Oben angekommen heißt es für uns nichts wie ab ins Vergnügen und wieder die Bahn hinab. Der eine oder andere Sturz oder Auffahrunfall infolge von „Bodenwellen“ wird fotografisch festgehalten, und außer ein paar blauen Flecken hinterlässt es keine Schäden. Als wir unten wieder in die Gondel steigen, beschließen wir bei der nächsten Abfahrt nach gut 2/3 zur Lärchenalm abzubiegen und dorthin zu Fuß zu laufen um Mittag zu essen.

Da es abends ein großes Silvesterbuffet geben soll, essen wir alle nur eine Brotzeit um nach kurzer Zeit – in dem Restaurant ist die Hölle los – wieder auf die Piste zu gehen. Nach Abfahrt Nr. 3 treffen wir uns oben mit den beiden Skifahrern um eine Rückkehrzeit auszumachen. Wir beschließen noch einmal nach unten zu fahren, dann wieder hoch zum Bergkastel und dann, da um halb fünf die Skipisten schließen, mit dem Schlitten über eine blaue Piste (leicht für Skifahrer, also sollten wir sie auch einigermaßen mit dem Schlitten befahren können) zurück zur Goldseehütte. Abfahrt Nr. 4 ist mit dem Schlitten mittlerweile richtig anstrengend. Im Laufe des Tages haben sich richtige Schlaglöcher in die Piste gefahren und mit jedem Schlag spürt man das Holz an seinem Körper – wir haben noch Tage danach blaue Flecken an den Beinen. Mit einer der letzten Bahnen begeben wir uns – bepackt mit noch etwas Sekt und Knaller für Mitternacht – wieder nach oben zur Bergstation. Die Skifahrer nehmen den Rucksack und unser lustiger Tross bestehend aus 1x Snowboarder, 1xSkifahrer und 4x Schlittenfahrern setzt sich über die Skipiste hin in Bewegung. Erst ist es fast langweilig, da die Strecke teilweise relativ flach ist, aber dann, wenige Meter vor unserem Ziel soll das Highlight des Tages kommen. Die Abfahrt ist geformt wie ein Trichter und sehr steil. Für Skifahrer kein Problem, für Schlittenfahrer etwas kniffelig. 3 von uns 4 setzen sich auf den Hosenboden und nehmen den Schlitten neben sich nur ein lebensmüder dachte sich, das geht schon. In einem affenartigen Tempo schießt er die Piste hinab, bis er wohl in einer Schrecksekunde bemerkte, so nicht bremsen zu können und wirft sich vom Schlitten. Gerade noch rechtzeitig bleiben er und das hölzerne Gefährt vor einem Abhang vor unserer Skihütte liegen. Schnauf… dem Rest stocke das Blut in den Adern und es ist Gesprächsthema des Abends. In der Hütte begeben wir uns alle nacheinander unter eine warme Dusche, ziehen uns um und beginnen den Abend mit dem Warten aufs Silvesterbuffet.

2008 - Silvester 2007 auf 2008 (54) (Custom) (2)

Um ca. 19 Uhr machen wir uns über all die Leckereien her und schlagen uns nach diesem sportlichen Tag den Bauch voll. Nachdem alle satt sind, begeben wir uns in die Bar um langsam dem Jahreswechsel entgegenzutrinken. Kurz vor Mitternacht holt sich jeder eine warme Jacke, sämtliche Knaller und Raketen und auch die übliche Flasche Sekt. Punkt Mitternacht stoßen wir alle an, lassen Batterien und Raketen in die Stille der österreichischen Alpen los und feiern uns bislang schönstes Silvester. Nachdem der ganze Krach vorbei ist,gehen wir noch zu einem weiteren Umtrunk in die Bar, die jedoch nicht mal bis um zwei offen hat. Mit ein paar Bier bewaffnet, lassen wir den Abend gemeinsam im Gruppenraum ausklingen. Nach einer kurzen Nacht und einem einfachen Frühstück packen wir unsere Sachen, klettern in unsere Skiklamotten und begeben uns zu unserer letzten Fahrt auf einer Skipiste ins Tal. Unten angekommen geben wir unsere Schlitten zurück und verabschiedeten uns vom Rest um getrennt voneinander den Heimweg in ein neues Jahr anzutreten.

Tags
Show More

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Back to top button
Close