Hawai'i-Big Island

Green Sand Beach

20. Februar 2011

Wir folgen dem kurvigen Hwy 11 nach Süden und durchfahren einige kleine Plantagendörfer unter anderem Keokea. Dort befindet sich die prächtig bemalte kleine St. Benedict’s Church. Von außen ganz in weiß gestrichenes Holz gehüllt, überrascht sie innen mit künstlerischer Vielfalt. Die Säulen, die das Kirchendach stützen stellen Palmstämme dar, die Palmwedel sind auf das gotische Kircheninnendach gemalt. Neben den Fenstern finden sich zahlreiche christliche Darstellungen. Wir genießen die Ruhe und tragen uns in das Besucherbuch ein.

Wir fahren weiter und auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel kommen wir an allerlei kuriosen Dingen vorbei. Ein Zebra steht auf der rechten Straßenseite in einer Koppel. Wir fahren vorbei und erst nach wenigen Meter realisieren wir, WAS wir da gerade gesehen haben. Ein Zebra? Mitten auf Hawaii?

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Wir drehen um, steigen aus und knipsen das schwarz-weiß gestreifte Tier, das hier so allein etwas seltsam wirkt. In einer Nachbarkoppel steht ein grau-brauner Esel und nebenan scheint sich der „Afrika-Liebhaber“ einige Rinderarten der Savanne zu halten.

Kurz vor Waiohino biegen wir rechts ab und folgen der South Point Road zum südlichsten Punkt der USA. Diesen lassen wir uns natürlich nicht entgehen, wenn wir schon am westlichsten Punkt von Europa in Portugal waren.
Die Landschaft wird wieder karger und je weiter wir fahren, desto trockener und gelber wird das Gras, die wenigen Sträucher wachsen mit dem Wind (nämlich schräg) und es finden sich einige Windräder wieder. Die Schotterpiste gabelt sich. Wir entscheiden uns für den linken Weg und folgen diesem bis wir ein Stückchen oberhalb eines zerklüfteten Strandes parken müssen, da unser Cabrio nicht für diese Bodenwellen ausgelegt ist.

Hier soll es auch irgendwo den Green Sand Beach geben. Laut Reiseführer muss man allerdings ein bisschen wandern. Wir gehen mit Fotoapparat bepackt zum Strand und stellen fest „grün ist der nicht“. Tja, nun gibt es nur 2 Möglichkeiten. Zurück zum Auto oder einfach mal das wandern beginnen. Kann ja nicht so weit sein! Wir entscheiden uns fürs Wandern. Das Ganze ist zu anfangs eine steinige Schotterpiste, die sich leicht bergauf und bergab am Meer entlang schlängelt. Soweit wir schauen können, ist nichts Grünes in Sicht. Als gehen wir weiter. Nach der ersten Bucht gehen wir über Hügel Nr. 2 und dahinter sehen wir wieder nichts Grünes. Nur gelben Sand, der teils metertief von Jeepspuren durchzogen ist (und das obwohl ganz am Anfang ein Schild stand auf dem „offroad-driving“ verboten wurde-dran halten tut sich da niemand) Wir gehen weiter durch teils sandige Abschnitte. Die Sonne brennt vom Himmel. Wahnsinn, hätten wir gewusst dass der Weg so weit ist, hätten wir Sonnencreme und etwas zu trinken mitgenommen.

Nach einer halben Stunde und der 3. oder 4. Bucht ist immer noch kein grüner Strand in Sicht, aber es kommen uns 2 Leute entgegen. Wir sprechen sie an und fragen wie weit es denn noch wäre und ob wir hier überhaupt richtig sind. Sie bejahen, sagen uns aber, dass wir bestimmt noch fast eine Stunde weit laufen müssen, es aber auf keinen Fall verfehlen könnten und es auf jeden Fall einen Besuch lohnen würde. Puh….. Aber wer nicht wagt der nicht gewinnt. Jetzt sind wir schon eine gute halbe Stunde unterwegs, den Rest des Wegs schaffen wir bestimmt auch noch. Wir werden schon nicht verdursten. Weitere Buchten folgen und danach geht es einen kleinen Berg hinauf. Als wir diesen endlich erklommen haben sehen wir in einigen hundert Meter Entfernung mehrere Jeeps stehen. Das könnte es sein. Freudig wandern wir weiter. Wenn das stimmt, dann sind wir aber keine Stunde mehr unterwegs gewesen. Naja, wer weiß wie langsam die gelaufen sind. Wir nähern uns den Fahrzeugen und jetzt kann man es schon von oben sehen. Unterhalb der Klippen sehen wir ihn: den Green Sand Beach! Er ist tatsächlich das was sein Name sagt.

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Durch Magnesiumanteile färbte sich über Jahrhunderte der sonst sandig-gelbe Sand in ein glitzerndes olivgrün. Wir klettern die Felsen hinab und lassen uns fasziniert nieder. Die vielen, vor allem jungen Leute lassen es sich gut gehen und genießen die Sonne und die teils stürmisch hohen Wellen. Es ist toll und wenn wir könnten, würde ich für alle, die so etwas noch nicht gesehen haben, etwas von diesem grünen Strand mitnehmen. Allerdings steht am Strand ein Schild, dass das Mitnehmen von Sand verbietet. Richtig so, sonst könnten es ja die vielen Touristen nicht mehr bewundern.

Wir relaxen etwas, und brechen dann langsam durch die wunderschönen Buchten auf in Richtung Auto. Wir durchwandern den Irrgarten an sandigen Jeepspuren und nach nicht einmal einer Stunde sind wir beim Auto.

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