Hawai'i-Big Island

Die Saddle Road zum Mauna Kea

19. Februar 2011

Nun wollen wir die Saddle Road, die große Ost-West-Verbindung befahren. Einige Teile sollen ja nicht so toll ausgebaut sein, aber die 75 Meilen lange Straße werden wir wohl bezwingen. Je höher wir kommen, desto mehr zieht es sich zu. Die Wiesen werden saftig grün und es dauert nicht lang und wir sehen die ersten Schafe, gefolgt von Massen an braunen Rindern.

Diese gehören zur Parker Ranch, der mit 9km² Landfläche und 50000 Rindern größten privaten Ranch der USA. Sämtliche Straßenschilder sind in Meilen und Kilometer bzw. Feet und Meter vorhanden, somit können wir  auf knapp 1000 Höhenmetern feststellen, dass es definitiv zu kühl ist um offen Cabrio zu fahren und als wir endlich das Dach geschlossen haben, regnet es auch schon leicht. Man fährt sozusagen durch die Wolken hindurch, die sich nebelig über die Straßen ziehen. Wir lassen die Westflanke des Mauna Kea hinter uns und je weiter wir uns Richtung Vulkan fort bewegen, desto karger wird die Landschaft. Meile um Meile sieht es anders aus. Knapp vor der Hälfte der Strecke zweigt links eine schmale Straße Richtung Gipfel ab. Nach ungefähr einer Meile warnt ein Schild vor den schrecklichen Straßenbedingungen und lässt das Fahren auf eigene Verantwortung zu.

So schlimm kann es ja nicht sein und wir lassen die Besucher Info rechts hinter uns liegen. Keine 100 Meter weiter verwandelt sich der Teer in eine geschotterte Piste, die sich ungefähr 10 Meilen lang bis auf 4205 Meter hinaufschlängelt. Man kann das Ganze allerdings nur im ersten oder zweiten Gang bewältigen und ein Allradantrieb wäre bestimmt von Vorteil. Aber es wären nicht wir, wenn wir nicht mit einem Mustang Cabrio den höchsten Berg der Welt (die Basis des Mauna Kea liegt hier 5500 Meter unter dem Meer) erklimmen würden. Meter um Meter schraubt sich der kleine weinrote Sportwagen nach oben.

Mit jedem weiteren Stein, lassen wir mehr Vegetation hinter uns. Die Felsen leuchten in verschiedensten rostroten Tönen und nach einiger Zeit fühlt man sich nicht über den Wolken, sondern zwischen den Wolken. Es ist atemberaubend. Wir lassen tonnenweise Geröll hinter uns und sehen schon die 2 größten Augen der Welt (riesengroße Teleskope stehen hier oben).

Hawaii Urlaub (89) (Custom)

Zwischen all dem Gestein kann man weiße Flecken erkennen und je näher wir dem Gipfel kommen, desto mehr glauben wir, dass das wirklich Schnee sein muss. Oben angekommen parken wir unseren Flitzer neben 4 Jeeps. Wir haben es geschafft. Mit 11 Grad ist es noch relativ warm und wir wagen uns nach draußen. Neben einem der Gebäude entdecken wir eine glitzernde Fläche und wie Kleinkinder stehen wir ungläubig davor. Erst als die Finger das glatte Etwas berühren, wissen wir, dass es definitiv Eis ist!

Es gibt hier sogar Dixi-Klos (mit Spanngurten gegen Wegfliegen gesichert)!

Nach wenigen Minuten und einen gigantischen Ausblick treten wir den Rückweg an. Das Pferdti übernimmt diesmal die Schaltung. 10 Meilen bergab sind für die Bremsen eine Tortur, aber was ein echter Mustang ist, übersteht auch dieses Abenteuer mit uns. Schneller wie bergauf geht es auf keinen Fall!
Wir begegnen einem „Nene-Schild“, können aber leider keine der seltenen Wildgänse sehen. Es fängt langsam an zu dämmern und wir beschließen auf dem kürzesten Weg nach Haus zu fahren. Die Saddle Road bis Waimea zurück und von dort aus quer durchs Land bis Kailua-Kona.

Tags
Show More

Related Articles

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Back to top button
Close