Kaua'i

Das „Ende“ von Kauai

24. Februar 2011

Am Hanalei Valley Lookout, hat man einen fantastischen Ausblick über den von Tarofeldern, die auf den ersten Blick aussehen wie Reisfelder, umrahmten Hanalei River.

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Auf der Motorhaube einer mit Pflaster geflickten Rostlaube bietet ein Mann kleine Figürchen aus Muscheln zum Kauf an. Wir wollen keine „wilden Souvenirs“ erstehen und machen uns auf ins Tal. Die letzten 10km liegen vor uns. Zu unserer linken säumen grüne Felder die Bergkette, zu unserer Rechten kann man durch die dichte Bewaldung immer wieder das Meer sehen und ist manchmal sogar nur weniger Meter von einem Sandstrand entfernt. Über mehrere Brücken, vorbei an Häusern auf Megastelzen (eigentlich fängt das Haus erst im 1. Stock an) und einem „Dip“ erreichen wir Tunnels Reef (ein beliebtes Schnorchelparadies).

Ach ja der „Dip“: Da fließt ein kleines Bächlein (naja, so gut 1,5m breit) und statt dass man eine kleine Brücke baut und das gute Stück in einen Kanal zwängt, lässt man ihn einfach über die Straße fließen, stellt ein Warnschild für alle Autofahrer auf und gut is. Auf jeden Fall spaßig, wenn sie mit ein bisschen mehr Tempo als den vorgegebenen 5 MPH durchfahren, dann spritzt es wenigstens schön!

Hawaii Urlaub 1797 (Custom)

Gegenüber vom Parkplatz kann man in ein tiefschwarzes Loch Blicken. Ist das eine Höhle? Wir gehen hin und natürlich aus lauter Neugier auch hinein. Nach wenigen Metern kann man nur noch gebückt weitergehen. Bevor wir das krabbeln anfangen müssen um zu testen wie weit man hineingehen kann, verlassen wir die Höhle wieder.

Die Felsen steigen direkt neben der Straße steil nach oben und sind über und über mit diversen Pflanzen bewachsen. Es tropft unablässig von oben obwohl es nicht regnet. Einige Meter weiter ergießt sich ein kleiner Wasserfall von oben und endet wo? Direkt auf der Straße. Auch hier müssen die Autofahrer entweder ausweichen oder durchfahren. Wir machen noch ein paar Fotos vom Strand, an dem sehr viele Camper bereits ihre Zelt aufgeschlagen haben und starten dann mit unserem Auto weiter Richtung Ende der Insel. Wir kommen noch an einer weiteren kleinen, diesmal aber mit Wasser gefüllten, Grotte vor und erreichen nach wenigen Meilen den kleinen Parkplatz. Wir haben Glück, dass gerade ein Auto fährt und schnappen uns die Lücke. Eine kleine wilde Katze sitzt fauchen vor unserem Auto, entkommt aber der Kameralinse nicht.

Wir gehen zuerst zum Kē’ē-Beach und entdecken dort erstmal ein Wahnsinn an Warnschilder. Uiuiuiuiui…. was einem hier alles passieren kann. Wir wandern, wie die wilden Hühner auch, zwischen den Touristen hindurch. Vom Parkplatz weg führt der ca. 18km lange Wanderweg entlang der rund 1000m hohen Klippen zum Kalalau Beach.
Die anstrengende 1-2 Tagestour ist allerdings nur von Mai-September möglich und man muss für eine Campingübernachtung reservieren. Die ersten Meter bzw. Meilen kann man aber Problemlos besteigen und somit machen wir uns langsam den steinigen Weg bergauf. Uns entgegen kommen viele Touristen, teils mit richtigem Wanderschuhwerk und Stock ausgestattet, teils wie wir in einfachen Turnschuhen, Sandalen oder Flipflops. Egal, wir haben nur die erste halbe Meile ins Auge gefasst, das werden wir auch so schaffen. Zwischen den Steinen ist das Erdreich aufgeweicht und nun wissen wir auch warum die Leute alle so dreckig sind. Wir werden es bestimmt auch werden. Der schmale Kletterweg ist umgeben von wundervolle Vegetation. Man kommt sich vor wie im Urwald. Auf halber Strecke schießt ein kleiner Wasserfall von oben herab und ergießt sich über den kleinen Wanderweg. Wir testen das kühle Nass. Es schmeckt erfrischend und wie das Wasser aus der Flasche.

Bei der halben Meile angekommen, machen wir eine kleine Pause und genießen den Ausblick über das türkisblaue Meer, dass Riff vorm Kē’ē-Beach und die grünen Berge. Wir sitzen auf den Steinen und wundern uns über die kleine 1-Quadratmeter große Fläche die als Helikopter-Not-Landefläche gedacht ist. Naja, groß darf der nicht sein oder es sollte einem hier wohl besser nichts passieren.

Hawaii Urlaub 1763 (Custom)

Wir machen uns wieder auf den Rückweg, der bergab ein bisschen beschwerlicher, aber nicht weniger toll ist. Als wir am Autoankommen werden wir von einem jungen Pärchen angesprochen, dass eine Mitfahrgelegenheit bis nach Hanalei sucht. Warum auch nicht und bis jetzt haben wir in jedem Urlaub irgendwem mal einen Gefallen getan. Wir sagen zu und räumen die Rücksitzbank frei und schaffen Platz für ihre zwei riesigen Rucksäcke. Unterwegs erzählen sie woher sie kommen und dass sie 3 Monate über die gesamten hawaiianischen Inseln trampen. Die letzte Nacht waren sie irgendwo zwischen Kalalau Beach und Waimea Canyon. So wie sie erzählen muss es sehr abgeschieden und malerisch gewesen sein. Wir unterhalten uns noch über Deutschland und wie denn dort die Vegetation und das Wetter (es ist Winter) momentan ist. Die 10km vergehen wie im Flug und in Hanalei setzen wir sie auf einem kleinen Parkplatz ab. Wir umarmen uns kurz und wünschen uns gegenseitig noch einen tollen Urlaub und gute Reise. Die 2 jungen Leute haben unsere Tour etwas durcheinander gebracht. Eigentlich wollten wir nochmals bei der kleinen Grotte und anschließend beim Imbisswagen am Tunnels Reef halt machen. Also nichts wie zurück. Fotos machen und einen kurzen Snack ergattern. So ein Kalua Pig Sandwich bilden wir uns ja schon seit Anfang des Urlaubs ein. Es ist mittlerweile halb fünf und zu unserem Leidwesen gibt es nur noch Obst, Shakes und Eis. Wir bestellen einen Bananensmoothie und ein Shaved Ice (geraspeltes Wassereis) mit Kirsch-Vanille-Geschmack. Der Smoothie ist frisch gemacht und superlecker, das Raspeleis türmt sich blau-rot in dem kleinen Styroporbecher.

Wir lassen uns erst den Smoothie und dann das Eis schmecken. Auf dem Rückweg machen wir Halt in Kapaa an einer Pizzeria, die uns am Vortag schon ins Auge gestochen ist. Heute ist Pizza-Buffet. Die Bude ist gut voll. Wir warten anständig und bekommen nach kurzem Fragen einen Tisch zugewiesen. Wir bestellen zu trinken und machen uns dann ans Buffet. Toll, sowas sollte es in Deutschland auch geben. Für 15$ bekommt man eine große Auswahl an Salat mit diversen Dressings, Spaghetti mit Hackfleischsoße, Knoblauchbaguette, 3 verschieden gewürzte Sorten Chicken Wings und natürlich Pizza in Wagenradgröße. Wir machen uns einen Teller Salat und schnappen uns die ersten 2 Pizzastücke. Das wird schwer werden. So viele verschiedene Sorten. Es schmeckt alles superlecker. In der 2 Runde stellen wir fest, dass es schon wieder andere Sorten zur Auswahl gibt. Hier müssen wir wohl noch ein bisschen mehr essen. Es ist alles lecker, was ich nicht so gedacht hätte, sogar der Teig ist unterschiedlich gemacht. Sogar als Nachspeise gibt es Pizza. Ja, richtig gehört! Hier gibt es Pizza sogar in süßen Varianten (Vanillepudding mit Schoko und irgendeine Creme mit Zimt). Ist nicht mal so übel. Nach einem 2 Drink und einem gefüllten Magen bezahlen wir.

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