Deutschland

Atemberaubende Höllentalklamm

Wer in und um Garmisch-Partenkirchen Urlaub macht, für den sollte ein Besuch in der Höllentalklamm auf dem Programm stehen. Je nach Jahreszeit und Wetterlage gibt es immer wieder neue Eindrücke. Die Klamm ist allerdings nur in den Sommermonaten zugänglich, in den Wintermonaten herrscht starke Lawinengefahr und auch die begehbaren Stege und Brücken werden abgebaut.

Wir parken unser Auto in Hammersbach auf dem kostenpflichtigen Parkplatz für alle die ins Höllental einsteigen wollen. Die Parkpreise sind wie hier überall in der Gegend angemessen – 2€ einwerfen 8 Stunden parken. Von hier aus geht es nur noch zu Fuß weiter. Der Aufstieg zur Höllentaleingangshütte ist somit nichts für „Fußkranke“. Kinder können die Etappe aber dennoch meistern auch wenn sie schon selbst laufen können müssen bzw. in einer Trage getragen werden, da die Begehung mit Kinderwagen nicht möglich ist. Vom Parkplatz führt der Gehweg nach Hammersbach. Nach ca. 15min biegt man, dem Wegweiser folgend, nach rechts in den Wald ab und verlässt ab hier auch die befestigte Straße. Jetzt kann der Aufstieg beginnen.

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Was die ersten Meter noch wie ein einfach Spaziergang wirkt, entpuppt sich, je weiter man vorankommt, schon als guter Wanderweg mit Steigung, Treppen, Stufen und Serpentinen. Man muss ja schließlich auch 300 Höhenmeter überwinden. Nach ungefähr der Hälfte der Strecke erreicht man wiederum eine breite, ebene Schotterstraße bevor es die letzten Meter über Treppenstufen Richtung Höllentalangerhütte geht.

Gut 3km später hat man das 1. Etappenziel erreicht und kann, wenn man mag, sich mit Leckereien stärken. Warme Speisen und Brotzeiten gibt es allerdings nur bis 15:30, danach wird man aber noch mit leckerem Kuchen verköstigt. 😉

Wir zahlen den Eintritt von 4€ (Erwachsener) und begeben uns durch ein Drehkreuz in die Klamm. Gleich dahinter hat man die Möglichkeit in das kleine Klamm-Museum zu gehen und sich etwas über die Geschichte der Klamm zu informieren. Es ist sehr interessant mit welch einfachen Mitteln zu früheren Zeiten die Wege in die Klamm geschaffen wurden. Wir schlendern hindurch und ziehen uns danach etwas über, da es doch etwas frisch ist. Außerdem haben wir schon mehrfach gelesen, dass man nicht wirklich trocken durch die Klamm kommt. Auf eine Regenjacke verzichten wir dennoch erst. Nun geht es los. Man braucht auf dem ca. 700m langen Weg auf jeden Fall Trittsicherheit, da es doch sehr steinig und aufgrund des von überall her tropfenden und rinnenden Wassers recht rutschig sein kann. Man folgt dem Hammersbach auf der rechten Seite nach oben und kommt nach einiger Zeit an die 1. Brücke um diesen zu überqueren.

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Danach geht es auf der linken Seite größtenteils durch gut beleuchtete Gänge, die allerdings nicht überragend hoch sind  (175-180cm).

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Baumstämme im Bach säumen den Wasserlauf. Nach einiger Zeit queren wir die Klamm erneut allerdings ist hier die Brücke nur ein kurzer Steg. Ab hier wird es langsam richtig kühl und ohne Jacke oder Pulli wollten wir nicht mehr sein. Es geht nun wieder auf der rechten Seite und an vielen Stellen hat man die Möglichkeit zwischen einen Weg innen – wiederum gut beleuchtete Gänge – oder außen – direkt am Rand entlang zu gehen. Es ist relativ egal wo man entlang läuft. etwas Gegenverkehr herrscht immer, aber hier wartet mal die eine, mal die andere Seite. Nass kann man auch auf beiden Wegen werden.

Innen tropft es teils von oben unscheinbar in den Nacken und am Boden sind das eine oder andere Rinnsal – woher auch immer dieses Wasser kommt – und auch mehr oder weniger große Pfützen. Außen ist man den kleinen Wasserfällen die hinablaufen oder einfach irgendwo über einem enden und das Spritzwasser hinabspritzt ausgesetzt und hat ebenso einige Pfützen. Diese kann man entweder einfach durchlaufen, wenn das Schuhwerk wasserdicht ist, oder man turnt galant in Spagat von Steinchen rechts zu Steinchen links, sich immer am Drahtseil am Rand festzuhaltend. Die Blicke in die Klamm sind jeden Meter erneut einfach nur toll und spektakulär anzusehen. Wie muss es erst sein, wenn es geregnet hat und dadurch der Wasserstand höher als nach diesem trockenen Sommer ist?! Die letzten Meter zum Klammende steigt man eine Treppe hinauf und merkt schon hier wie es wieder wärmer wird. Sobald man angekommen ist, kann man sich seiner Sachen entledigen.

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Je nach Wunsch hat man ab hier die Wahl ob man weiter zur Höllentalangerhütte (neu eröffnet am 23.8.2015) weiter wandern möchte – ab hier sind es noch 30-45 Minuten – oder man macht auf eigenen Verantwortung (da es immer wieder zu Steinschlägen kommen kann) einfach nur kurz Rast und tritt dann den nassen Rückweg durch die Klamm an. Man kann hier nun auch wieder entscheiden ob man an manchen Stellen Innen oder Außen gehen möchte und kann ja einfach mal die andere „Spur“ wählen 😉
An der Höllentaleingangshütte lassen wir uns noch Kuchen und Radler schmecken, bevor wir uns auf den Abstieg zum Parkplatz machen.

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Um das Ganze zu umgehen und keinen Eintritt zahlen zu müssen, hat man die Möglichkeit den beschwerlicheren und längeren Stangensteig oberhalb der Höllentalklamm entlang zu wandern. Bis auf den Blick von der Eisenbrücke, die die Klamm auf halber Strecke überquert hat man keinen dieser atemberaubende Momente, tosendes Wasser sich den Berg hinabstürzen zu sehen. Außerdem verzögert sich der Aufstieg zur Höllentalangerhütte um weitere 25 Minuten.

 

 

 

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